Fachbereichstreffen der Steinmetze in Mainz

Fachbereichstreffen der Steinmetze in Mainz

Mainz & Kloster Eberbach 11. – 12. April 2026 

Dieses Jahr führte uns unser Fachbereichstreffen nach Mainz. Auf dem Programm standen 3 Führungen in Mainz und eine im Kloster Eberbach. Da wir für diese teils exklusiven Führungen etwas wenig Steinmetze waren, luden wir auch Restauratoren anderer Gewerke unserer Fachgruppe dazu ein, dabei zu sein. Da noch drei Steinmetze spontan absagen mussten, waren wir im Endeffekt acht Steinmetze, zwei Maurer, drei Zimmerer und jeweils ein Metaller, Raumausstatter und Tischler.
Für Samstag den 11. April organisierte unser Fachgruppenmitglied Jennifer Schrauth, Mitarbeiterin der Mainzer Dombauhütte, drei tolle Führungen in Mainz. Wir sollten den Alten Dom St. Johannis, den Mainzer Dom, sowie die Ausgrabungen des römischen Theaters und die Festungsgänge sehen.

Alter Dom St. Johannis

Morgens um 10 Uhr ging es los, wir trafen uns mit Christiane Wolf. Sie ist leitende Architektin des ev. Dekanats, zuständig für alle Bauaktivitäten am Alten Dom, und wir folgten Ihrer Einladung in den Alten Dom St. Johannis. Frau Wolf berichtete uns vom vorgefundenen Zustand, von den statischen Sicherungsmaßnahmen, den Restaurierungsmaßnahmen und den Ausgrabungen. Zum Schluss visualisierte uns ein kleiner Film alle Baugeschichtlichen Veränderungen der Jahrhunderte. Hier einige Impressionen von der Führung.

Mainzer Dom

Direkt im Anschluss wanderten wir rüber zum „neuen“ Dom. Dort zeigte uns Jennifer Schrauth die Werkstätten der Dombauhütte und wir durften aufs Gerüst um uns die aktuelle Baustelle aus nächster Nähe anzuschauen. Anschließend bestiegen wir einen der Türme, haben uns den Dachstuhl angeschaut, von ganz oben das rege Treiben auf dem Mainzer Markt beobachtet, den Dom von oben betrachtet und alte Restaurierungsmaßnahmen begutachtet.

Römisches Theater und Festungsgänge

Nach einer kurzen Mittagspause eilten wir weiter zum nächsten Treffpunkt, wo Daniel Geißler, Archäologe und Projektmanager Römisches Erbe der Stadt Mainz, geduldig auf uns wartete. Er begleitet die Ausgrabungen des römischen Theaters seit 1997. Es handelt sich um das größte römische Theater nördlich der Alpen. Herr Geißler berichtete uns von den Ausgrabungen, den Schwierigkeiten diese zu erhalten, von einem Fund, der die Bauzeit sehr genau datiert und führte uns die immense Größe dieses imperialen Baus vor Augen. Anschließend führte er uns noch in die weitläufigen Festungsgänge der wehrtechnischen Anlage der Mainzer Zitadelle und wir konnten ein Restaurierungskonzept als Kompromiss mit dem Umweltschutz an der Festungsmauer kennenlernen. Ganze Felder der Mauer blieben unrestauriert um den Pflanzen weiterhin die Möglichkeit zu geben sich in den Mauerfugen festzusetzen. Auch ein Krautstreifen zu Füßen der Mauer wurde extra angelegt. Zum Schluss führte uns der Weg zum Drususstein, wo unser Programm für den heutigen Tag endete. Nach dem Check-in im Hotel trafen wir uns in der „Eisgrub“, einem Mainzer Brauhaus zum Abendessen und geselligen Ausklang dieses wundervollen und spannenden Tages.

Kloster Eberbach

Für den nächsten Tag hatte ich Matthias Steyer, Freiberuflicher Diplom-Restaurator und Leiter der Restaurierungsarbeiten am Kloster Eberbach, überreden können, uns von den Arbeiten an der Basilika und dem Kloster zu berichten. So trafen wir uns, nach einem kurzen gemeinsamen Frühstück, um kurz nach 10 Uhr am Kloster Eberbach. Herr Steyer nahm sich viel Zeit um uns einen Einblick in seine langjährige Arbeit an diesem Ort zu geben. Wir hörten vom Putz in der Basilika der in großen Teilen noch ursprünglich ist, von der Restaurierung der alten Bodenfliesen und von den Restaurierungskonzepten der verschiedenen Räume und Gebäudeteilen, so durften wir auch Gebäudeteile betreten, in die sonst nicht viele Menschen gelangen.

Es war beeindruckend

Gegen 14 Uhr trennten sich unsere Wege wieder und jeder fuhr, beseelt von diesem wunderbaren Wochenende, mit vielen Eindrücken und Informationen nach Hause. Wir danken nochmal allen unseren Dozenten/Referenten für diese exklusiven Führungen voller Leidenschaft für ihre Arbeit und die tollen Einblicke.

Das nächste Fachbereichstreffen der Steinmetze ist für das Frühjahr 2027 geplant.

Daniela Clever

Das Programm in Kurzform

  • Führung „Alter Dom“ mit Frau Wolf
  • Mainzer Dom: Baustelle, Werkstatt, Westturm mit Jennifer Schrauth
  • Römisches Theater und Festungsgänge mit Herrn Geißler
  • Kloster Eberbach – Exklusive Führung mit Matthias Steyer

Text und Fotos © Daniela Clever

Fachbereichstreffen der Maler in Köln

Fachbereichstreffen der Maler in Köln

Am Samstag, den 25. April 26 besuchten Mitglieder aus dem Fachbereich der Maler die Kölner Restaurierungswerkstatt „Kunstgriff“, wo ihnen die Diplom-Restauratorinnen Linda Schäfer und Dorothee Fobes einen Einblick in ihren beruflichen Alltag gewährten. Die beiden haben sich auf die Restaurierung von Leinwandgemälden, Tafelgemälden und polychromen Holzskulpturen spezialisiert. Dementsprechend standen die Maßnahmen Reinigung, Festigung, Kittung und Retusche von Farbfassungen im Fokus.

Nach einem Mittagessen im Brauhaus „Schreckenskammer“ ging es zur „Goldenen Kammer“, einem begehbaren barocken Reliquienraum in der romanischen Basilika St. Ursula: „das größte Gebeinhaus nördlich der Alpen.“ Der Legende nach sollen es die Knochen von 11.000 Märtyrinnen sein. Hier gab es eine Führung von der Diplom-Restauratorin Katja de Grussa, die auch jene Reliquienbüsten vorstellte, die von den Kolleginnen Schäfer und Fobes bearbeitet wurden, so dass sich die Führung von der Werkstatt zum Denkmal rundete.

Das Besondere an diesem Tag war nicht nur die interessante Wissensvermittlung, sondern die Begegnung als solche, nämlich die zwischen Diplom-Restauratorinnen und Restauratoren im Handwerk. Mit großer Offenheit und Wertschätzung tauschte man einander aus. Was die Fachgruppe schon seit Jahren gewerkübergreifend praktiziert, das wünscht man sich gern auch zwischen den Absolventen der Hochschule und der Handwerksakademie: einen wissenschaftlich-technischen Austausch, der nicht nur allen Restauratoren, sondern vor allem auch den Kulturgütern zugute kommt.

Stefan Kloss

Impressionen

Besuch in der romanischen Basilika St. Ursula

Fotos © Stefan Kloss

Kurzstudienreise 2025

Kurzstudienreise 2025

Ein rundum gelungener Jahresabschluss. 

Im Dezember trafen wir uns zu einer zweitägigen Studienreise in die Niederlande sowie nach Nordrhein-Westfalen. Sie führte uns in die Städte Zwolle und Deventer, beides Hansestädte, sowie zum Schloss Senden ins Münsterland. Ziel der Exkursion war es, historische Stadtstrukturen, denkmalgeschützte Bauwerke und unterschiedliche Restaurierungsansätze kennenzulernen.

Zwolle

Vom Schloss Raesfeld aus führte uns die Reise zunächst nach Zwolle zum Treffpunkt „Eekwal“. Dort begann eine zweistündige Stadtführung, die einen Überblick über die Stadtgeschichte und ihre bauliche Entwicklung vermittelte.
Als erstes führte uns der Weg vorbei am Museum de Fundatie, ein Museum der bildenden Künste mit internationaler Kunstsammlung und wechselnden Ausstellungen. Das Gebäude beeindruckte uns sehr. Es handelt sich um eine Kombination aus einem klassizistischen Bau mit einer modernen Erweiterung auf dem Dach in Form eines riesigen ovalen Eis. Belegt wurde dieser Aufbau mit 55.000 weiß-blauen eigens dafür entworfenen Fliesen. Mittendrin ein Glasfenster auch Auge genannt von dem man einen eindrucksvollen Blick auf die Altstadt Zwolles haben soll.

Weiter ging es zum Denkmal von Johan Cele, einer bedeutenden Persönlichkeit Zwolles. Er war unter anderem 40 Jahre Rektor der Lateinschule und gründete im 15. Jahrhundert die erste weiterführende Schule der Welt, die seit dem 19. Jahrhundert Gymnasium genannt wird. Zur Blütezeit hatte die Schule 800 bis 1000 Schüler bei einer Stadtgröße von weniger als 5000 Einwohnern. Die Statue wurde 2013 auf einem kleinen Platz, in der Nähe des Ortes aufgestellt an dem Johan Cele wirkte.
Anschließend ging es ins Rathaus, es stammt aus dem 15. Jahrhundert mit einem modernen Anbau von 1975. Hier durften wir uns, unter anderem, den Gewölbekeller anschauen.

Es folgte die Sint-Michaelskerk, die Grote Kerk, eine riesige wunderschöne und beeindruckende gotische dreischiffige Hallenkirche, in der verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden. Die ursprünglich romanische Kirche wurde im 14. und 15. Jhd. zur Hallenkirche umgebaut. Sie hatte einst einen 115 Meter hohen Turm, der 1669 vom Blitz getroffen und stark beschädigt wurde. 1682 stürzte der Turm schließlich ein. Nach der Reparatur der Kirche bekam sie 1721 eine neue Arp Schnitger Orgel, der Turm wurde nicht wiederaufgebaut. Besonders beeindruckend waren die spätmittelalterlichen Wand- und Gewölbemalereien, die imposante Kanzel und die monumentale Arp Schnitger-Orgel.

Vor der Kirche befindet sich der Grote Markt mit seinen historischen Kaufmannshäusern und eine Glasskulptur des Erzengels Michael.
In den Niederlanden werden viele Kirchen umgenutzt, so auch die Broerenkerk eine alte Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert, in der sich ein Buchladen befindet. Hier treffen Kultur, Geschichte und Lesevergnügen aufeinander.
Besichtigt haben wir außerdem die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, das Sassenpoort als bedeutendes Stadttor. Es handelt sich um ein imposantes Torhaus mit zwei Türmen, welches 1406 erbaut wurde. An diesem Torhaus, – das einzig erhaltene Tor der Stadtmauer – wurde Trachyt, Tuffstein und Bentheimer Sandstein verbaut. Es handelt sich um ein inneres Tor, innerhalb der äußeren Stadtmauern gelegen. Auf der Vorderseite, zwischen den beiden Türmen, befindet sich ein Anbau mit Wurflöchern im Boden, dort konnte kochendes Pech über eindringende Feinde gegossen werden.

Impressionen

Die abwechslungsreiche Führung gab uns Einblick in die Geschichte der Hansestadt.

Deventer

Wir starteten an der Bergkerk, einem der markantesten historischen Bauwerke der Stadt, wo uns unsere nächsten StadtführerInnen erwarteten. Im Mittelpunkt der Führung stand das Bergkwartier, ein Viertel mit zahlreichen gut erhaltenen Wohn- und Handwerkshäusern aus dem Mittelalter. Hier wurde das Restaurierungsprinzip erläutert, das auf Substanzerhalt, Reparatur vor Erneuerung und eine klare Ablesbarkeit historischer Bauphasen setzt.
Die Restaurierungsgeschichte des Bergkwartier in Deventer ist ein Vorzeigeprojekt des niederländischen Städtebaus. Nach starkem Verfall in den 1950er Jahren wurde die NV Bergkwartier gegründet, die in den 1970er Jahren mit staatlicher Förderung mittelalterliche Häuser kaufte, restaurierte und vermietete, was das Viertel vor dem Abriss bewahrte. Viele Gebäude wurden unter Denkmalschutz gestellt. So prägen die engen Gassen und die liebevoll restaurierten Bürgerhäuser aus dem 14. bis 17. Jahrhundert und die sich darin befindlichen Geschäfte und Cafés das Viertel.

Weiter führte der Rundgang über den zentralen Marktplatz de Brink, umrundet von vielen Cafés. Beeindruckend war das alte Wiegehäuschen „De Waag“ auf der einen Seite des Platzes. Deventer ist eine der ältesten Städte der Niederlande, seit dem Mittelalter herrschte hier reger Handel. De Waag wurde 1528 erbaut, hier mussten alle Kaufleute und Händler ihre Waren wiegenlassen, bevor sie diese auf dem Markt verkaufen durften.

Durch das historische Stadtzentrum mit seinen schönen Fassaden ging es weiter zur Lebuinuskirche. Es dämmerte bereits als wir dort die 220 Stufen des Turms hinaufstiegen. Wir stoppten unterhalb der Laterne und bewunderten das Gewölbe, ein Plumpsklo und das Hemony-Carillion. Es ist ein sehr altes Glockenspiel mit einer Trommel von 1866. Von den originalen 33 Hemony-Glocken sind heute noch 31 erhalten. Sie wurden 2009 umfassend restauriert und durch 22 neue Glocken ergänzt. Dann stiegen wir die letzten Stufen empor, bis zur Basis der Laterne. Dort befindet sich eine kleine Plattform von der wir einen tollen Ausblick auf das erleuchtete Deventer und die Ijssel genießen konnten.
Im Anschluss hatten wir etwas freie Zeit um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Eine kleine Gruppe nutzte sie um die Bergkerk noch von innen anzusehen, bevor der erste Reisetag beim gemeinsamen Abendessen in heiterer Atmosphäre endete. Wer zu müde war, den Weg zu Fuß zu laufen nahm sich ein Taxi zum Hotel, andere genossen den nächtlichen Spaziergang entlang der Ijssel.

Impressionen

Wir erkundeten das Bergkwartier, ein Vorzeigeprojekt des niederländischen Städtebaus.

Schloss Senden im Münsterland

Am Samstag ging es zurück über die deutsch-niederländische Grenze zum Schloss Senden bei Münster. Dort wurden wir von Dr. Franz Waldmann vom Trägerverein Schloss Senden empfangen. In einer rund zweistündigen Führung stellte er das im 15. Jahrhundert errichtete Wasserschloss vor, das im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, erweitert und an wechselnde Nutzungen angepasst wurde.
Die Adelsfamilie Drosten zu Senden residierte bis 1957 in diesem Schloss. Anschließend befand sich dort über viele Jahre eine Privatschule mit Internat, kurzzeitig ein Hotel und danach stand es lange leer. Das Schloss besteht aus mehreren Gebäudeteilen, jedes Jahrhundert kam sozusagen ein Gebäudeteil hinzu. Das Herrenhaus wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet, später kamen ein Turm, die Remise und Fachwerkhäuser, das schiefe Manneshaus 1719 und 1899 schließlich der Rombergstrakt als zweites Herrenhaus hinzu.
Herr Waldmann erzählte uns von der Gründung des Vereins und dem Erwerb des Schlosses, von den ersten Sicherungsmaßnahmen am Dach und den Fenstern, vom Aufbringen der Gelder und Spenden, vom Erstellen neuer Fundamente für das Manneshaus, der Restaurierung der Glocke und der Errichtung eines neuen Turms aus Eisen auf dem Rombergtrakt, von der Befreiung des Giebels vom Zementputz der 60er Jahre sowie vom Einbau der ersten Fenster. Weiter berichtete er uns von der geplanten Nutzung und den weiteren geplanten Maßnahmen. Er gab uns einen spannenden Einblick in das Restaurierungskonzept zur Erhaltung des Schlosses, das auch zur Diskussion anregte.
Nach der gemeinsamen Rückfahrt nach Raesfeld ließen wir diese gelungene kleine Studienreise beim Restauratorenabend der Fachgruppe im Rittersaal auf Schloss Raesfeld in gemütlicher Runde ausklingen.

Impressionen

Ein Trägerverein setzt sich für die Erhaltung und Restaurierung ein. Für uns gab es spannende Einblicke.

Text und Fotos © Daniela Clever

Studienreise Cumbria 2026

Studienreise Cumbria 2026

Unsere Reise führt uns nach Nordengland in den atemberaubenden Lake District. 
Anreise am 13. – Abreise am 17. Mai 2026.
Unsere drei Programmtage sind fachlich und thematisch klar strukturiert. Basisstandort ist Windermere, von dort starten wir an allen 3 Tagen mit einem lokalen Fahrdienst.

Am Donnerstag, 14. Mai
besuchen wir die traditionelle Textilmanufaktur Standfast & Barracks in Lancaster, wo wir eine Führung durch die Werkstätten erhalten und im Werk gemeinsam zum Mittagessen eingeladen sind. Am Nachmittag besuchen wir das Möbelmuseum Leighton Hall in Lancaster.

Am Freitag, 15. Mai
besichtigen wir das von der National Trust betreute Sizergh Castle mit seinen wunderschönen Gartenanlagen und beeindruckenden historischen Innenraumausstattungen. Danach bekommen wir unter der Leitung des in der Restaurierung von Gebäuden sehr versierten Architekturbüros Crosby Granger Architects Einblicke in von diesen betreute Denkmalprojekte (Wray Castle und ein aktuelles …).

Am Samstag, 16. Mai
haben wir drei Stationen: The Arts & Crafts House in Blackwell, das ausstattungshistorisch bedeutende Townend und Brantwood, das ehemalige Wohnhaus von John Ruskin am Coniston Water, dem drittgrößten See im Lake District. Wir beschließen unsere Studienreise am Samstag mit einem Abendprogramm mit heimischer Küche.

Weitere Infos zur Studienreise, der An- und Abreise und zur Anmeldung gibt es im Fachgruppenbrief Nr. 48 und unter . Das Programm gibt es hier zum Download.

Impressionen

Titelfoto: Townend – das traditionelle Bauernhaus in Troutbeck im Lake District  (National Trust).
Fotos: Wray Castle von pixabay; alle anderen von Stefan Albrecht-Oswald

Herbstexkursion der Raumausstatter

Herbstexkursion der Raumausstatter

Elsass 08. – 12. Oktober 2025

Einmal im Jahr heißt es für den Fachbereich der Raumausstatter: raus aus der Werkstatt, hinein in die Welt der Inspiration. Diesmal führte uns die von unserem Kollegen Bernhard Ziegler wunderbar organisierte Herbstexkursion ins malerische Elsass – eine Region, die mit ihrer Mischung aus französischem Esprit und handwerklicher Tradition genau das bot, was unser Herz höherschlagen lässt.

Donnerstag: Von Holzmodeln und Handdruck – Besuch bei Zuber in Rixheim 
Schon am ersten Exkursionstag erwartete uns ein echtes Highlight: die Tapetenmanufaktur Zuber & Cie in Rixheim. Seit über 200 Jahren werden hier aufwändigste Papiertapeten mit handgeschnitzten Holzmodeln gedruckt – jede Bahn ein kleines Kunstwerk. Während uns die Werkstattleiterin durch die historischen Räume führte, spürte man den Geist der alten Handwerkskunst in jeder Faser des Papiers. Besonders beeindruckend war die Arbeit an den Original-Modeln, die noch heute für den Handdruck genutzt werden. Davon finden sich im Keller von Zuber über 100000 Holzmodel die mittlerweile als schützenswertes Kulturgut anerkannt sind und demnächst aufwendig archiviert werden sollen.

Nach einer kurzen Mittagspause stand der Besuch bei CASAL SA in Thann auf dem Programm. Zwischen unzähligen Stoffmustern und Designrollen diskutierten wir über Materialien, Webtechniken und Farbtrends – Fachgespräche inklusive.

Der Abend klang gemütlich in Eguisheim aus, wo der Elsässer Charme und ein gutes Glas Wein das Tagesprogramm abrundeten.

Im Keller bei Zuber

Führung durch die Tapetenwerkstatt bei Zuber

Stofflager und Showroom bei Casal

Abendstimmung in Eguisheim

Freitag: Design trifft Geschichte
Am Freitagmorgen ging es nach Weil am Rhein – genauer gesagt ins Vitra Schaudepot. Zwischen Klassikern des Industriedesigns und futuristischen Sitzobjekten war die Begeisterung groß. Kaum ein Ort zeigt die Entwicklung von Form, Funktion und Fantasie so eindrucksvoll.
Wir haben dort auch unseren Ausstellungskatalog zur Ausstellung Besessen gefunden. Das hat uns doch sehr mit Stolz erfüllt.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen folgte ein Besuch im Museum Weiler Textilgeschichte. Dort erfuhren wir, wie eng die Region am Rhein mit der europäischen Stoffproduktion verbunden ist – vom Handwebstuhl bis zur industriellen Fertigung. Der historische Wasserturm vor dem Museum erinnerte an die Zeit, als Textilien hier das Leben bestimmten.

Blick ins Vitra Schaudepot

Gefunden in der Ausstellung…

… der BESESSEN – Katalog

Historischer Wasserturm in Weil

Samstag: Muster, Farben, Druck – ein Tag für die Sinne
Am Samstag besuchten wir Colmar und im Anschluss das Musée de l’Impression sur Étoffes in Mulhouse – ein Paradies für alle, die Stoffe lieben. Überall Farbtöpfe, Druckmodelle und textile Experimente – der Duft nach Farbe und Leim lag in der Luft.

Nachmittags rundete eine Weinprobe bei Wolfberger in Eguisheim das Programm ab – ein passender Abschluss unserer Reise zwischen Reben, schönen Gesprächen und viel Gelächter.

Im Musée de l’Impression sur Étoffes

Techniken, Stoffe, Musterbücher …

… und Holzmodel im Detail

Impression aus Colmar

Sonntag: Heimreise mit vielen Eindrücken
Mit unzähligen Fotos und neuen Ideen traten wir am Sonntag die Heimreise an. Was bleibt, ist die Erinnerung an inspirierende Begegnungen, feine Handwerkskunst und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die ihr Fach mit Leidenschaft lebt.

Das Programm in Kurzform

  • Besuch der Manufaktur Zuber, Rixheim
  • Schowroom CASAL SA, Thann
  • Vitra Schaudepot, Weil am Rhein
  • Museum Weiler Textilgeschichte, Weil am Rhein
  • Musée de Iímpression sur Etoffes, Mulhouse
  • Colmar

Fotos © Stefan Albrecht-Oswald

Impressionen

Donnerstag in Rixheim und Thann

Freitag in Weil am Rhein

Samstag in Mulhouse und Colmar