Kurzstudienreise 2025

Kurzstudienreise 2025

Ein rundum gelungener Jahresabschluss. 

Im Dezember trafen wir uns zu einer zweitägigen Studienreise in die Niederlande sowie nach Nordrhein-Westfalen. Sie führte uns in die Städte Zwolle und Deventer, beides Hansestädte, sowie zum Schloss Senden ins Münsterland. Ziel der Exkursion war es, historische Stadtstrukturen, denkmalgeschützte Bauwerke und unterschiedliche Restaurierungsansätze kennenzulernen.

Zwolle

Vom Schloss Raesfeld aus führte uns die Reise zunächst nach Zwolle zum Treffpunkt „Eekwal“. Dort begann eine zweistündige Stadtführung, die einen Überblick über die Stadtgeschichte und ihre bauliche Entwicklung vermittelte.
Als erstes führte uns der Weg vorbei am Museum de Fundatie, ein Museum der bildenden Künste mit internationaler Kunstsammlung und wechselnden Ausstellungen. Das Gebäude beeindruckte uns sehr. Es handelt sich um eine Kombination aus einem klassizistischen Bau mit einer modernen Erweiterung auf dem Dach in Form eines riesigen ovalen Eis. Belegt wurde dieser Aufbau mit 55.000 weiß-blauen eigens dafür entworfenen Fliesen. Mittendrin ein Glasfenster auch Auge genannt von dem man einen eindrucksvollen Blick auf die Altstadt Zwolles haben soll.

Weiter ging es zum Denkmal von Johan Cele, einer bedeutenden Persönlichkeit Zwolles. Er war unter anderem 40 Jahre Rektor der Lateinschule und gründete im 15. Jahrhundert die erste weiterführende Schule der Welt, die seit dem 19. Jahrhundert Gymnasium genannt wird. Zur Blütezeit hatte die Schule 800 bis 1000 Schüler bei einer Stadtgröße von weniger als 5000 Einwohnern. Die Statue wurde 2013 auf einem kleinen Platz, in der Nähe des Ortes aufgestellt an dem Johan Cele wirkte.
Anschließend ging es ins Rathaus, es stammt aus dem 15. Jahrhundert mit einem modernen Anbau von 1975. Hier durften wir uns, unter anderem, den Gewölbekeller anschauen.

Es folgte die Sint-Michaelskerk, die Grote Kerk, eine riesige wunderschöne und beeindruckende gotische dreischiffige Hallenkirche, in der verschiedene Veranstaltungen und Ausstellungen stattfinden. Die ursprünglich romanische Kirche wurde im 14. und 15. Jhd. zur Hallenkirche umgebaut. Sie hatte einst einen 115 Meter hohen Turm, der 1669 vom Blitz getroffen und stark beschädigt wurde. 1682 stürzte der Turm schließlich ein. Nach der Reparatur der Kirche bekam sie 1721 eine neue Arp Schnitger Orgel, der Turm wurde nicht wiederaufgebaut. Besonders beeindruckend waren die spätmittelalterlichen Wand- und Gewölbemalereien, die imposante Kanzel und die monumentale Arp Schnitger-Orgel.

Vor der Kirche befindet sich der Grote Markt mit seinen historischen Kaufmannshäusern und eine Glasskulptur des Erzengels Michael.
In den Niederlanden werden viele Kirchen umgenutzt, so auch die Broerenkerk eine alte Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert, in der sich ein Buchladen befindet. Hier treffen Kultur, Geschichte und Lesevergnügen aufeinander.
Besichtigt haben wir außerdem die Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, das Sassenpoort als bedeutendes Stadttor. Es handelt sich um ein imposantes Torhaus mit zwei Türmen, welches 1406 erbaut wurde. An diesem Torhaus, – das einzig erhaltene Tor der Stadtmauer – wurde Trachyt, Tuffstein und Bentheimer Sandstein verbaut. Es handelt sich um ein inneres Tor, innerhalb der äußeren Stadtmauern gelegen. Auf der Vorderseite, zwischen den beiden Türmen, befindet sich ein Anbau mit Wurflöchern im Boden, dort konnte kochendes Pech über eindringende Feinde gegossen werden.

Impressionen

Die abwechslungsreiche Führung gab uns Einblick in die Geschichte der Hansestadt.

Deventer

Wir starteten an der Bergkerk, einem der markantesten historischen Bauwerke der Stadt, wo uns unsere nächsten StadtführerInnen erwarteten. Im Mittelpunkt der Führung stand das Bergkwartier, ein Viertel mit zahlreichen gut erhaltenen Wohn- und Handwerkshäusern aus dem Mittelalter. Hier wurde das Restaurierungsprinzip erläutert, das auf Substanzerhalt, Reparatur vor Erneuerung und eine klare Ablesbarkeit historischer Bauphasen setzt.
Die Restaurierungsgeschichte des Bergkwartier in Deventer ist ein Vorzeigeprojekt des niederländischen Städtebaus. Nach starkem Verfall in den 1950er Jahren wurde die NV Bergkwartier gegründet, die in den 1970er Jahren mit staatlicher Förderung mittelalterliche Häuser kaufte, restaurierte und vermietete, was das Viertel vor dem Abriss bewahrte. Viele Gebäude wurden unter Denkmalschutz gestellt. So prägen die engen Gassen und die liebevoll restaurierten Bürgerhäuser aus dem 14. bis 17. Jahrhundert und die sich darin befindlichen Geschäfte und Cafés das Viertel.

Weiter führte der Rundgang über den zentralen Marktplatz de Brink, umrundet von vielen Cafés. Beeindruckend war das alte Wiegehäuschen „De Waag“ auf der einen Seite des Platzes. Deventer ist eine der ältesten Städte der Niederlande, seit dem Mittelalter herrschte hier reger Handel. De Waag wurde 1528 erbaut, hier mussten alle Kaufleute und Händler ihre Waren wiegenlassen, bevor sie diese auf dem Markt verkaufen durften.

Durch das historische Stadtzentrum mit seinen schönen Fassaden ging es weiter zur Lebuinuskirche. Es dämmerte bereits als wir dort die 220 Stufen des Turms hinaufstiegen. Wir stoppten unterhalb der Laterne und bewunderten das Gewölbe, ein Plumpsklo und das Hemony-Carillion. Es ist ein sehr altes Glockenspiel mit einer Trommel von 1866. Von den originalen 33 Hemony-Glocken sind heute noch 31 erhalten. Sie wurden 2009 umfassend restauriert und durch 22 neue Glocken ergänzt. Dann stiegen wir die letzten Stufen empor, bis zur Basis der Laterne. Dort befindet sich eine kleine Plattform von der wir einen tollen Ausblick auf das erleuchtete Deventer und die Ijssel genießen konnten.
Im Anschluss hatten wir etwas freie Zeit um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Eine kleine Gruppe nutzte sie um die Bergkerk noch von innen anzusehen, bevor der erste Reisetag beim gemeinsamen Abendessen in heiterer Atmosphäre endete. Wer zu müde war, den Weg zu Fuß zu laufen nahm sich ein Taxi zum Hotel, andere genossen den nächtlichen Spaziergang entlang der Ijssel.

Impressionen

Wir erkundeten das Bergkwartier, ein Vorzeigeprojekt des niederländischen Städtebaus.

Schloss Senden im Münsterland

Am Samstag ging es zurück über die deutsch-niederländische Grenze zum Schloss Senden bei Münster. Dort wurden wir von Dr. Franz Waldmann vom Trägerverein Schloss Senden empfangen. In einer rund zweistündigen Führung stellte er das im 15. Jahrhundert errichtete Wasserschloss vor, das im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut, erweitert und an wechselnde Nutzungen angepasst wurde.
Die Adelsfamilie Drosten zu Senden residierte bis 1957 in diesem Schloss. Anschließend befand sich dort über viele Jahre eine Privatschule mit Internat, kurzzeitig ein Hotel und danach stand es lange leer. Das Schloss besteht aus mehreren Gebäudeteilen, jedes Jahrhundert kam sozusagen ein Gebäudeteil hinzu. Das Herrenhaus wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet, später kamen ein Turm, die Remise und Fachwerkhäuser, das schiefe Manneshaus 1719 und 1899 schließlich der Rombergstrakt als zweites Herrenhaus hinzu.
Herr Waldmann erzählte uns von der Gründung des Vereins und dem Erwerb des Schlosses, von den ersten Sicherungsmaßnahmen am Dach und den Fenstern, vom Aufbringen der Gelder und Spenden, vom Erstellen neuer Fundamente für das Manneshaus, der Restaurierung der Glocke und der Errichtung eines neuen Turms aus Eisen auf dem Rombergtrakt, von der Befreiung des Giebels vom Zementputz der 60er Jahre sowie vom Einbau der ersten Fenster. Weiter berichtete er uns von der geplanten Nutzung und den weiteren geplanten Maßnahmen. Er gab uns einen spannenden Einblick in das Restaurierungskonzept zur Erhaltung des Schlosses, das auch zur Diskussion anregte.
Nach der gemeinsamen Rückfahrt nach Raesfeld ließen wir diese gelungene kleine Studienreise beim Restauratorenabend der Fachgruppe im Rittersaal auf Schloss Raesfeld in gemütlicher Runde ausklingen.

Impressionen

Ein Trägerverein setzt sich für die Erhaltung und Restaurierung ein. Für uns gab es spannende Einblicke.

Text und Fotos © Daniela Clever

Studienreise Cumbria 2026

Studienreise Cumbria 2026

Unsere Reise führt uns nach Nordengland in den atemberaubenden Lake District. 
Anreise am 13. – Abreise am 17. Mai 2026.
Unsere drei Programmtage sind fachlich und thematisch klar strukturiert. Basisstandort ist Windermere, von dort starten wir an allen 3 Tagen mit einem lokalen Fahrdienst.

Am Donnerstag, 14. Mai
besuchen wir die traditionelle Textilmanufaktur Standfast & Barracks in Lancaster, wo wir eine Führung durch die Werkstätten erhalten und im Werk gemeinsam zum Mittagessen eingeladen sind. Am Nachmittag besuchen wir das Möbelmuseum Leighton Hall in Lancaster.

Am Freitag, 15. Mai
besichtigen wir das von der National Trust betreute Sizergh Castle mit seinen wunderschönen Gartenanlagen und beeindruckenden historischen Innenraumausstattungen. Danach bekommen wir unter der Leitung des in der Restaurierung von Gebäuden sehr versierten Architekturbüros Crosby Granger Architects Einblicke in von diesen betreute Denkmalprojekte (Wray Castle und ein aktuelles …).

Am Samstag, 16. Mai
haben wir drei Stationen: The Arts & Crafts House in Blackwell, das ausstattungshistorisch bedeutende Townend und Brantwood, das ehemalige Wohnhaus von John Ruskin am Coniston Water, dem drittgrößten See im Lake District. Wir beschließen unsere Studienreise am Samstag mit einem Abendprogramm mit heimischer Küche.

Weitere Infos zur Studienreise, der An- und Abreise und zur Anmeldung gibt es im Fachgruppenbrief Nr. 48 und unter . Das Programm gibt es hier zum Download.

Impressionen

Titelfoto: Townend – das traditionelle Bauernhaus in Troutbeck im Lake District  (National Trust).
Fotos: Wray Castle von pixabay; alle anderen von Stefan Albrecht-Oswald

Kurzstudienreise 2025 Vorschau

Kurzstudienreise 2025 Vorschau

Zum Ende eines wieder einmal ereignisreichen Jahres wollen wir den Restauratorenabend 2025 verbinden mit einer Kurzstudienreise an drei spannende Orte mit Restaurierungsgeschichte.

Am 05. Dezember führt uns die Studienreise in die Niederlande mit Übernachtung in Deventer. Am 06. Dezember gehts zurück ins Münsterland.

Zwolle in Overijssel
Die Studentenstadt zeichnet sich durch ihre geschichtsträchtige Innenstadt aus, die bis heute durch die Hanse-Vergangenheit geprägt ist. Unsere Führung führt uns durch das gut erhaltene Zentrum in den Stadtmauern entlang dem Hoornsteegje und gibt uns Einblicke in die Denkmalpflege in Holland am Beispiel von restaurierten Patrizierhäusern, des Sassenpoort, dem Peperbus und der Groote Kerk.

Deventer und Het Deventer Bergkwartier
Den Schwerpunkt unseres Besuchs in Deventer bildet unsere Führung durch das mittelalterliche Handwerker- und Kaufmannsviertel im Zentrum der Stadt, das in den 1970er Jahren durch die Organisation NV Bergkwartier vor dem Verfall gerettet und restauriert wurde. Wie sie das gemacht haben – dazu erfahren wir mehr und u. gehen abschließend durch das Stadtzentrum an die Ijssel. Wir beschließen den Tag mit einem gemeinsame Abendessen und einer Übernachtung in Deventer.

Schloss Senden im Münsterland
Am Samstag geht es weiter zum Wasserschloss Senden, dessen abwechslungsreiche Geschichte seit 500 Jahren bis zum heutigen Besitzer – dem gemeinnützigen Verein Schloss Senden e.V.- ihre Spuren zurückgelassen hat und wir erleben eine Denkmalbaustelle mit ihren vielen Gesichtern bei einem Rundgang.

Mittelalterliche Passage in Deventer

De Twee Bökken – Polstraat in Deventer

Titelfoto und Beitragsfotos von pixabay

Studienreise 2025

Studienreise 2025

Prag im Mai

Die Studienreise 2025 führt uns nach Prag, in die Stadt der hundert Türme. Vom 21. bis 25. Mai besuchen wir u. a. die Prager Altstadt, Neustadt, Burg und Dom. Anmeldungen sind ca. 7 Wochen vorher möglich. Näheres zum Programm folgt.

UPDATE:

Die Studienreise nach Prag musste leider abgesagt werden. Zum Ausgleich steht eine „kleine“ Studienreise zum Jahresende in der Planung. Es geht u. a. nach Zwolle und Deventer in die niederländische Provinz Overijssel. Näheres dazu gibt es im Beitrag Kurzstudienreise 2025.

Die Aposteluhr am Rathaus – eine weltweit bekannte astronomische Uhr aus dem Jahr 1410

Studienreise in die Normandie

Studienreise in die Normandie

Man sieht nur, was man weiß!

Dieser kluge Satz geht auf Goethe zurück (Eigentlich: „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht.“) Wir kennen den Sinnspruch vor allem von unserem langjährigen Ausbildungsleiter Eckard Zurheide. Eine gute Ausbildung schärft unsere Wahrnehmung, erfüllt uns mit Aufmerksamkeit und Respekt.
Wie sehr Vorkenntnisse und Erfahrungen unsere Wahrnehmung beeinflussen, konnten wir auf unserer diesjährigen Studienreise in die Normandie wieder einmal erleben.
Im Mittelpunkt stand Le Havre, eine Stadt aus Beton, die touristisch wenig aufgesucht wird und eigentlich auch nicht für Restauratoren im Handwerk interessant sein sollte. Wenn wir aber nur schon wissen, dass das Stadtensemble zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, werden wir schon aufmerksam und schauen genauer hin. Tatsächlich haben wir Vergleichbares noch nicht gesehen: eine Mischung aus Bauhaus und Klassizismus, moderner Sachlichkeit und dekorativer Reminiszenz. Klare Formensprache, breite Boulevards, Symmetrie, Gesimse, Säulen, fein dosierte Ornamentik. Jedes Gebäude findet sich im anderen wieder und ist doch einzigartig. Weiteres Wissen lässt uns noch mehr sehen. Le Havre wurde 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt und im September 1944 von der britischen Luftwaffe fast völlig zerstört. Eine Rekonstruktion kam nicht mehr in Frage. Die französische Regierung gab dem Architekten August Perret den Auftrag, die Stadt nach einem Masterplan neu zu errichten. Dabei entstand die neue Stadt aus den Ruinen der alten. Der Schutt wurde nach Farbe und Struktur sortiert und unter Beimischen von Glassplittern, Kies und Sand ergaben sich unterschiedliche Betonoberflächen. Somit ist die alte Hafenstadt dreifach in der neuen vertreten: als Bauschutt im Beton, als nuancierte Farbgebung (beige, gelb, rosa, goldbraun u.a.) und in den zentralen historischen Straßenverläufen.
Einen ganz anderen Eindruck verschaffte uns Rouen, eine Stadt mit mittelalterlichem Flair, mit Kopfsteinpflaster, gotischen Kirchen und rund 2000 Fachwerkhäusern im normannischen Stil. Als wir aber erfuhren, dass die Hauptstadt der Normandie im Zweiten Weltkrieg zu 50% zerstört wurde, schauten wir noch genauer hin, um zu sehen, was an der Stadt mittelalterlich und was rekonstruiert sein könnte.
Ganz anders wirkte auf uns die eigentlich malerische Hafenstadt Honfleur. Sie war touristisch so überlaufen, dass wir uns im Disneyland wähnten. Mit dem Wissen, dass die alte Hafenstadt im Zweiten Weltkrieg keinen Schaden erlitt, schärfte sich wieder unser Blick für die authentische Originalsubstanz.
Es ist gut, wenn wir mit Sachverstand und Wertschätzung immer wieder den Blick frei bekommen für das, was da ist. Und es ist besonders schön, wenn das dann auch im Austausch mit Gleichgesinnten auf einer Studienreise erfolgt.

Stefan Kloss, Restaurator im Malerhandwerk

Das Programm in Kurzform

  • Die Stadt Le Havre mit ihrer einzigartigen Nachkriegsarchitektur nach den Plänen des Architekten Auguste Perret (UNESCO-Weltkulturerbe!)
  • Fécamp – die Hafenstadt an der Alabasterküste mit dem Palais Bénédictine. Palast, Museum und Likörfabrik in einem.
  • Rouen als Hauptstadt der Normandie mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern und den zahlreichen Fachwerkhäusern im normannischen Stil.
  • Die malerische Hafenstadt Honfleur mit St. Catherine, der größten Holzkirche Frankreichs.
  • Bayeux, die beschauliche Kleinstadt mit ihrem berühmten 70 m langen Wandteppich aus dem 11. Jahrhundert
    sowie ein kurzer Abstecher zum Landungsstrand der Alliierten am D-Day.

Impressionen

Le Havre

Nachkriegsarchitektur nach den Plänen des Architekten Auguste Perret.

Weiterführende Informationen zum Beton-Poeten Auguste Perret findet ihr hier
Das Meisterwerk des Beton-Poeten
500 Jahre Le Havre

 

Fécamp

Der Palais Bénédictine – ein Prachtbau im Stil der Neugotik und Neurenaissance. Palast, Museum und Likörfabrik in einem.

Rouen

Mittelalterlicher Flair, Kopfsteinpflaster, gotische Kirchen und rund 2000 Fachwerkhäuser im normannischen Stil. Rekonstruiert oder tatsächlich mittelalterlich?

Honfleur

Eigentlich eine malerische Hafenstadt – doch touristisch überlaufen. Dafür aber viel authentische Originalsubstanz.

Bayeux

Die Kleinstadt mit 2000-jähriger Geschichte und der besonders sehenswerten gotischen Kathedrale Notre-Dame.

Fotos © Stefan Kloss, Björn Toelstede, Daniela Clever

Horizonterweiterung

Horizonterweiterung

Da stehen sie – Restauratorinnen und Restauratoren im Handwerk…

… Sie haben eine gute, umfangreiche und qualifizierende Ausbildung erhalten, haben in ihrer Prüfung gezeigt, was sie können und irgendwie ist klar: Wir tun gut daran, uns nicht auf unseren Lorbeeren auszuruhen, denn dann werden unsere Wege starr und eng und irgendwann nicht mehr zeitgemäß sein.

Da ist es eine gute Idee, einem der Vereine im DRH (Dachverband der Restauratoren im Handwerk e.V.) beizutreten und von den darin gebotenen Möglichkeiten zu profitieren:
– Erfahrungsaustausch,
– Immer-Weiter-Bildung,
– Kontaktpflege und Netzwerkbildung,
– Öffentlichkeitsarbeit,
– Stärkung von Interessenvertretung,
– Werbung durch gezeigte Kompetenz usw.

Der Grad des Engagements ist frei wählbar und die Stimmung, wenn man sich trifft, durchweg sehr gut,- man ist eben auch einfach gerne unter Gleichgesinnten.
Die „Fachgruppe Restauratoren im Handwerk e.V.“ legt einen ihrer Vereinsschwerpunkte auf die Immer-Weiter-Bildung, und Fachtagungen und jährliche Bildungsreisen bilden dabei die Höhepunkte.
Nach der Fachtagung im Februar mit der Auseinandersetzung mit Restaurierungskonzepten anhand von aktuellen Praxisbeispielen fand im Mai 2023 eine Bildungsreise nach Kampanien statt. Die Organisation „vor Ort“ lag in den guten Händen von Pasquale (Lino) Buccio, Restaurator im Stukkateur-Handwerk aus Butzweiler, der aus diesem denkmalgespickten Teil Italiens stammt.

Bei Besichtigungen auf der Insel Procida, in Pozzuoli, Neapel und Pompeji konnten die 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erspüren, dass
– Denkmalpflege immer auch der Region und der lokalen Geschichte Rechnung trägt,
– historisches Kulturgut im Massentourismus besondere Konservierungsansprüche stellt,
– große Mengen und hohe Dichte von schützenswerter Substanz bereits für sich eine Herausforderung sind und
– ein sorgfältig abgewogenes Restaurierungskonzept mit gründlicher zuvor erfolgter Untersuchung und Analyse von größter Wichtigkeit ist.

Kampanien hat einen starken Eindruck bei Allen hinterlassen – die Architektur und die Denkmale – aber auch die Bewohner, die Vulkane und das Meer.
Für diese weiterbildenden Erfahrungen sind wir gereist.
Geblieben sind wir bei dem Prinzip „think global, act local“.
Und zurück gekehrt sind wir in unsere Heimat, die erst durch das Reisen nicht zu einer bloßen Coach verkommt.

Hans-Georg Gathmann, Restaurator im Stukkateur-Handwerk
Fotos: Stefan Kloss, Restaurator im Maler-Handwerk

Verschachtelt: Der Hafen von Procida

Kontrastreich: Alt und Neu in Pozzuoli

Verjüngt: Chiesa della Santa Croce in Pozzuoli

Gewaltig: Galeria Umberto in Neapel

Stachelig: Gesù Nuovo in Neapel

Geprägt: Fassade in Neapel

Gespurt: Pflaster in Pompeji

Blühend: Ausgrabung in Pompeji