Kurzstudienreise 2025 Vorschau

Kurzstudienreise 2025 Vorschau

Zum Ende eines wieder einmal ereignisreichen Jahres wollen wir den Restauratorenabend 2025 verbinden mit einer Kurzstudienreise an drei spannende Orte mit Restaurierungsgeschichte.

Am 05. Dezember führt uns die Studienreise in die Niederlande mit Übernachtung in Deventer. Am 06. Dezember gehts zurück ins Münsterland.

Zwolle in Overijssel
Die Studentenstadt zeichnet sich durch ihre geschichtsträchtige Innenstadt aus, die bis heute durch die Hanse-Vergangenheit geprägt ist. Unsere Führung führt uns durch das gut erhaltene Zentrum in den Stadtmauern entlang dem Hoornsteegje und gibt uns Einblicke in die Denkmalpflege in Holland am Beispiel von restaurierten Patrizierhäusern, des Sassenpoort, dem Peperbus und der Groote Kerk.

Deventer und Het Deventer Bergkwartier
Den Schwerpunkt unseres Besuchs in Deventer bildet unsere Führung durch das mittelalterliche Handwerker- und Kaufmannsviertel im Zentrum der Stadt, das in den 1970er Jahren durch die Organisation NV Bergkwartier vor dem Verfall gerettet und restauriert wurde. Wie sie das gemacht haben – dazu erfahren wir mehr und u. gehen abschließend durch das Stadtzentrum an die Ijssel. Wir beschließen den Tag mit einem gemeinsame Abendessen und einer Übernachtung in Deventer.

Schloss Senden im Münsterland
Am Samstag geht es weiter zum Wasserschloss Senden, dessen abwechslungsreiche Geschichte seit 500 Jahren bis zum heutigen Besitzer – dem gemeinnützigen Verein Schloss Senden e.V.- ihre Spuren zurückgelassen hat und wir erleben eine Denkmalbaustelle mit ihren vielen Gesichtern bei einem Rundgang.

Mittelalterliche Passage in Deventer

De Twee Bökken – Polstraat in Deventer

Titelfoto und Beitragsfotos von pixabay

Preis für Handwerksgeschichte 2024

Preis für Handwerksgeschichte 2024

Besondere Erwähnung für handwerksgeschichtliches Engagement

Im Zuge des Preises für Handwerksgeschichte 2024 erhielt die Fachgruppe Restauratoren im Handwerk e. V., Fachbereich Raumausstatter, eine besondere Erwähnung für handwerksgeschichtliches Engagement.

Zitat aus der Laudatio zur Preisverleihung
„Besessen – Die geheime Kunst des Polsterns – Schon der Titel der Ausstellung macht deutlich, dass es sich um etwas Außergewöhnliches handeln muss. Und das ist auch so. Denn dem Fachbereich Raumausstatter der Fachgruppe Restauratoren im Handwerk e.V. ist gemeinsam mit dem Grassi-Museum in Leipzig, den Kuratoren Dr. Thomas Schriefers, Dr. Cordula Fink sowie der Löffler Collection etwas ganz Besonderes gelungen, nämlich einen ganzheitlichen und umfassenden Zugang zur Entwicklung des Polsterhandwerks zu schaffen und darüber hinaus das Handwerk an sich als wirtschaftliches, vor allem aber kulturelles Kontinuum in der Geschichte darzustellen“

BESESSEN – Die geheime Kunst des Polsterns
Die Geschichte des Polsterhandwerks – Eine Sonderausstellung im GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig, November 2022 bis März 2023

Impressionen und weitere Hintergründe auf der Internetseite des ZDH

Slideshow

Laudatio

GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig
Der Jahresbericht 2023 – 2024 mit dem Beitrag zur Sonderausstellung auf Seite 12-13

Veröffentlichung im HANDWERK MAGAZIN
Preis für Handwerksgeschichte 2024: Mehr Aufmerksamkeit für die Historie des Handwerks schaffen – Hier geht’s zum Artikel

Bildergalerie

BESESSEN – Die geheime Kunst des Polsterns

Fotos
© Juliane Rückriem
© Fachgruppe Restauratoren im Handwerk e.V.
© Björn Toelstede

Studienreise 2025

Studienreise 2025

Prag im Mai

Die Studienreise 2025 führt uns nach Prag, in die Stadt der hundert Türme. Vom 21. bis 25. Mai besuchen wir u. a. die Prager Altstadt, Neustadt, Burg und Dom. Anmeldungen sind ca. 7 Wochen vorher möglich. Näheres zum Programm folgt.

UPDATE:

Die Studienreise nach Prag musste leider abgesagt werden. Zum Ausgleich steht eine „kleine“ Studienreise zum Jahresende in der Planung. Es geht u. a. nach Zwolle und Deventer in die niederländische Provinz Overijssel. Näheres dazu gibt es im Beitrag Kurzstudienreise 2025.

Die Aposteluhr am Rathaus – eine weltweit bekannte astronomische Uhr aus dem Jahr 1410

Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2024

Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2024

Mit dem „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ wurden von der Deutsche Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks am 15. November 2024 fünf Denkmaleigentümer und 28 Handwerker unterschiedlicher Gewerke aus Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung zählte erneut ein Mitglied unserer Fachgruppe zu den glücklichen Gewinnern. Pasquale Buccio, Stuck mit Profil wurde für die Arbeiten an dem aus dem 16. Jahrhundert stammenden Steilgiebelbau in Longuich ausgezeichnet.
Mehr Infos dazu gibt es im
Presse Archiv der Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Infoblatt der Preisträger – Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2024 Rheinland-Pfalz

Hier noch ein link zum YouTube Kanal „Kulturdenkmale Longuich-Kirsch“ mit dem Titel
Repräsentativer Putzbau in Longuich-Kirsch – Restaurierung und neuer Glanz für ein Haus der Renaissance

Bildergalerie

Steilgiebelbau aus der Renaissance

Fotos © Pasquale Buccio

Studienreise in die Normandie

Studienreise in die Normandie

Man sieht nur, was man weiß!

Dieser kluge Satz geht auf Goethe zurück (Eigentlich: „Man erblickt nur, was man schon weiß und versteht.“) Wir kennen den Sinnspruch vor allem von unserem langjährigen Ausbildungsleiter Eckard Zurheide. Eine gute Ausbildung schärft unsere Wahrnehmung, erfüllt uns mit Aufmerksamkeit und Respekt.
Wie sehr Vorkenntnisse und Erfahrungen unsere Wahrnehmung beeinflussen, konnten wir auf unserer diesjährigen Studienreise in die Normandie wieder einmal erleben.
Im Mittelpunkt stand Le Havre, eine Stadt aus Beton, die touristisch wenig aufgesucht wird und eigentlich auch nicht für Restauratoren im Handwerk interessant sein sollte. Wenn wir aber nur schon wissen, dass das Stadtensemble zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, werden wir schon aufmerksam und schauen genauer hin. Tatsächlich haben wir Vergleichbares noch nicht gesehen: eine Mischung aus Bauhaus und Klassizismus, moderner Sachlichkeit und dekorativer Reminiszenz. Klare Formensprache, breite Boulevards, Symmetrie, Gesimse, Säulen, fein dosierte Ornamentik. Jedes Gebäude findet sich im anderen wieder und ist doch einzigartig. Weiteres Wissen lässt uns noch mehr sehen. Le Havre wurde 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt und im September 1944 von der britischen Luftwaffe fast völlig zerstört. Eine Rekonstruktion kam nicht mehr in Frage. Die französische Regierung gab dem Architekten August Perret den Auftrag, die Stadt nach einem Masterplan neu zu errichten. Dabei entstand die neue Stadt aus den Ruinen der alten. Der Schutt wurde nach Farbe und Struktur sortiert und unter Beimischen von Glassplittern, Kies und Sand ergaben sich unterschiedliche Betonoberflächen. Somit ist die alte Hafenstadt dreifach in der neuen vertreten: als Bauschutt im Beton, als nuancierte Farbgebung (beige, gelb, rosa, goldbraun u.a.) und in den zentralen historischen Straßenverläufen.
Einen ganz anderen Eindruck verschaffte uns Rouen, eine Stadt mit mittelalterlichem Flair, mit Kopfsteinpflaster, gotischen Kirchen und rund 2000 Fachwerkhäusern im normannischen Stil. Als wir aber erfuhren, dass die Hauptstadt der Normandie im Zweiten Weltkrieg zu 50% zerstört wurde, schauten wir noch genauer hin, um zu sehen, was an der Stadt mittelalterlich und was rekonstruiert sein könnte.
Ganz anders wirkte auf uns die eigentlich malerische Hafenstadt Honfleur. Sie war touristisch so überlaufen, dass wir uns im Disneyland wähnten. Mit dem Wissen, dass die alte Hafenstadt im Zweiten Weltkrieg keinen Schaden erlitt, schärfte sich wieder unser Blick für die authentische Originalsubstanz.
Es ist gut, wenn wir mit Sachverstand und Wertschätzung immer wieder den Blick frei bekommen für das, was da ist. Und es ist besonders schön, wenn das dann auch im Austausch mit Gleichgesinnten auf einer Studienreise erfolgt.

Stefan Kloss, Restaurator im Malerhandwerk

Das Programm in Kurzform

  • Die Stadt Le Havre mit ihrer einzigartigen Nachkriegsarchitektur nach den Plänen des Architekten Auguste Perret (UNESCO-Weltkulturerbe!)
  • Fécamp – die Hafenstadt an der Alabasterküste mit dem Palais Bénédictine. Palast, Museum und Likörfabrik in einem.
  • Rouen als Hauptstadt der Normandie mit ihrem mittelalterlichen Stadtkern und den zahlreichen Fachwerkhäusern im normannischen Stil.
  • Die malerische Hafenstadt Honfleur mit St. Catherine, der größten Holzkirche Frankreichs.
  • Bayeux, die beschauliche Kleinstadt mit ihrem berühmten 70 m langen Wandteppich aus dem 11. Jahrhundert
    sowie ein kurzer Abstecher zum Landungsstrand der Alliierten am D-Day.

Impressionen

Le Havre

Nachkriegsarchitektur nach den Plänen des Architekten Auguste Perret.

Weiterführende Informationen zum Beton-Poeten Auguste Perret findet ihr hier
Das Meisterwerk des Beton-Poeten
500 Jahre Le Havre

 

Fécamp

Der Palais Bénédictine – ein Prachtbau im Stil der Neugotik und Neurenaissance. Palast, Museum und Likörfabrik in einem.

Rouen

Mittelalterlicher Flair, Kopfsteinpflaster, gotische Kirchen und rund 2000 Fachwerkhäuser im normannischen Stil. Rekonstruiert oder tatsächlich mittelalterlich?

Honfleur

Eigentlich eine malerische Hafenstadt – doch touristisch überlaufen. Dafür aber viel authentische Originalsubstanz.

Bayeux

Die Kleinstadt mit 2000-jähriger Geschichte und der besonders sehenswerten gotischen Kathedrale Notre-Dame.

Fotos © Stefan Kloss, Björn Toelstede, Daniela Clever